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Faido: Ein kaltblütiger Mord, die Rehaklinik wird zum Tatort

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Sie wollte heilen, neue Kraft schöpfen, wieder gesund werden. Stattdessen wurde eine 56-jährige Frau in einer Rehaklinik in Faido brutal hingerichtet – mit einer Schusswaffe, mitten im geschützten Raum, der ihr Hoffnung geben sollte.

Was sich am Donnerstagabend in Faido abgespielt hat, ist nichts weniger als ein Verbrechen. Kurz nach 20.00 Uhr entdeckten Mitarbeiter der Klinik die Schweizerin mit einer Schussverletzung am Kopf – tödlich, gezielt, gnadenlos. Die “Rega” flog sie noch nach Bellinzona, doch für die Ärztinnen und Ärzte gab es nichts mehr zu retten. Die 56-Jährige war sofort verloren.

Die Ermittlungen übernimmt Staatsanwältin Petra Canonica Alexakis. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Der Tatverdächtige: der 59-jährige Ex-Mann. Ein Mann, der in Leontica eine kleine Firma für Seilbahnwartung betreibt und früher sogar die Anlagen des Nara verantwortete.

Die Vorgeschichte? Brisant. Wie Nachbar und Bekannte berichten, war die Ehe der beiden seit Jahren zerrüttet. «Er hatte gewalttätige Tendenzen», sagt ein Vertrauter. Die Frau hatte einst eine vielversprechende Karriere im Leistungssport, musste diese aber gesundheitlich beenden. Jetzt sollte sie in der Klinik wieder auf die Beine kommen – stattdessen wurde sie dort hingerichtet. Das Verbrechen ereignete sich während der Besuchszeit. Hat er sie dort eiskalt erwartet? War es ein letzter, tödlicher Streit? Die Fragen bleiben offen.

Freitagabend, 19.40 Uhr. Die Stille in Leontica wird von einem ohrenbetäubenden Knall zerrissen. Ein Haus im historischen Dorfkern steht plötzlich in Flammen. Der Geruch von verbranntem Material liegt in der Luft.

Doch das ist noch nicht alles: Fünf Polizisten werden bei der Explosion verletzt. Sie waren offenbar im Einsatz – vielleicht auf der Spur des flüchtigen Mörders. Die Behörden sprechen von leichten Verletzungen, doch der Schock sitzt tief.

Die Rettungskräfte sind im Grossaufgebot im Einsatz: Feuerwehr aus Biasca und Olivone, mehrere Polizeipatrouillen, Ambulanzen von Tre Valli Soccorso, Croce Verde Bellinzona und SALVA Locarno. Sogar ein Helikopter der “Rega” ist vor Ort. Die Notrufzentrale 144 hat den Modus für ein Grossereignis (evento straordinario) ausgelöst – eine erhöhte Alarmstufe, bei der alle verfügbaren Kräfte mobilisiert wurden.

Und dann der entscheidende Hinweis: Das brennende Haus soll das Familiendomizil des 59-jährigen Tatverdächtigen sein. Einige Quellen sprechen sogar davon, dass der Mann nach der Tat in der Gegend gesichtet wurde – in stark aufgewühltem Zustand. Die Strasse nach Leontica wurde sofort abgeriegelt.

Was ist hier passiert? Hat der mutmassliche Mörder nach seiner Bluttat das Haus seiner Familie in die Luft gesprengt? Wollte er Spuren verwischen? Oder handelt es sich um einen tragischen Unfall bei der Flucht? Die Polizei schweigt noch – aber eines ist klar: Die Jagd nach dem 59-Jährigen läuft auf Hochtouren. Die Beamten sind bewaffnet mit Maschinenpistolen im Einsatz. Die Angst vor einem zweiten Anschlag ist greifbar.

Eine Frau ist tot. Fünf Polizisten sind verletzt. Ein ganzer Ort steht unter Schock. Und der Täter? Der ist noch immer auf freiem Fuss.

Ruhe in Frieden, liebe 56-Jährige. Möge Gerechtigkeit für dich gefunden werden.