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Betrugsmasche mit falschen Polizisten und Bankern: 100’000 Franken Schaden im Kanton Neuenburg

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Trotz umfangreicher Aufklärungsarbeit der Behörden reißen die Betrugsfälle durch sogenannte «falsche Polizisten» und angebliche Bankmitarbeiter nicht ab. Seit Jahresbeginn 2026 hat die Kantonspolizei Neuenburg bereits zwölf bestätigte Fälle dieser Art registriert. Der bisher entstandene Gesamtschaden beläuft sich auf etwa 100’000 Franken. Hinzu kommen rund 20 weitere vereitelte Betrugsversuche.

Zwischen dem 10. und 15. Januar 2026 nahm die Polizei insgesamt sechs mutmassliche Kuriere fest, die Bargeld, Schmuck oder Bankkarten von den Opfern abholen sollten. Unter den Festgenommenen befanden sich zwei Minderjährige: eine französische Staatsangehörige mit Wohnsitz im Kanton Neuenburg sowie eine Schweizerin aus dem Kanton Bern. Weiter wurden drei 18- bis 19-jährige Schweizerinnen (eine aus Neuenburg, die anderen aus Bern) sowie ein 18-jähriger Senegalese und ein 18-jähriger Kameruner (beide wohnhaft im Kanton Bern) festgenommen.

Der letztgenannte steht im Verdacht, die jungen Kuriere über soziale Medien angeworben zu haben. Nach den ersten Ermittlungen wurden alle Festgenommenen wieder freigelassen, werden jedoch bei der Staatsanwaltschaft bzw. der Jugendrichterin angezeigt.

Typisches Vorgehen der Täter
Die Betrüger kontaktieren vor allem ältere oder alleinlebende Personen per Telefon. Sie geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Bankangestellte aus, erfinden angebliche Notfälle (z. B. Ermittlungen gegen Angehörige, Sicherstellung von Konten oder drohende Pfändungen) und drängen die Opfer, Bargeld, Wertsachen, Bankkarten oder PINs herauszugeben – meist über einen «Kurier», der kurz darauf vorbeikommt.

Die Neuenburger Kantonspolizei warnt eindringlich und gibt folgende Verhaltenstipps:

  • Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen.
  • Niemals persönliche Daten, Bankinformationen, PINs oder Passwörter am Telefon weitergeben.
  • Kein Geld, Schmuck, Karten oder Code an unbekannte Personen aushändigen.
  • Zweifelhafte Anrufe oder Nummern nicht zurückrufen.
  • Verdächtiges sofort der Polizei unter der Notrufnummer 117 melden.
  • Angehörige, Nachbarn und Freunde über solche Maschen informieren – Prävention lebt vom Austausch im Umfeld.

Die Polizei bittet die Bevölkerung, diese Hinweise breit zu streuen, insbesondere an gefährdete Personen weiterzugeben.