Home DEUTSCH Rigopiano Italien: Ein Jahrestag ohne Blick in den Spiegel

Rigopiano Italien: Ein Jahrestag ohne Blick in den Spiegel

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Während italienische Fernsehsendungen und Kommentatoren nicht müde werden, das Ausland – insbesondere die Schweiz – wegen vermeintlicher moralischer oder ökologischer Fehler an den Pranger zu stellen, versinkt das eigene Land in einer endlosen Kette von Katastrophen, die nicht vom Schicksal, sondern von menschlichem Versagen herrühren.Der Fall Rigopiano (18. Januar 2017) ist hierfür symptomatisch: 29 Tote, begraben unter einer Lawine, während Rettungskräfte stundenlang zögerten, weil niemand Verantwortung übernehmen wollte. Kein Alarmsystem funktionierte, keine klare Befehlskette existierte. Und danach? Die Debatte drehte sich nicht um mangelnde Vorsorge, sondern darum, wer am meisten „versagt“ hatte – als sei das Versagen eine Ausnahme, nicht die Regel. Doch Rigopiano war kein Einzelfall.