Wohnungsnot in der Schweiz – und der Bund hat eine neue Idee: Er nimmt die Einfamilienhäuser der Babyboomer-Generation ins Visier. Rund 300’000 Einfamilienhäuser gelten als unterbelegt – bewohnt von einer zunehmend älteren Bevölkerung. Jetzt plant das Bundesamt für Wohnungswesen eine nationale Studie, um das Verdichtungspotenzial dieser Quartiere zu ermitteln. Ergebnisse sollen bis Ende 2026 vorliegen. Das Problem: In 55 Prozent der Einfamilienhäuser leben nur eine oder zwei Personen – obwohl die Häuser meist für Familien gebaut wurden. Ein typisches Hüsli: 5½ Zimmer, 155 Quadratmeter. Und oft bewohnt von einem älteren Ehepaar. Doch wer glaubt, die Boomer räumen freiwillig das Feld, irrt sich gewaltig: Die Umzugsquote von Wohneigentümern im Rentenalter liegt bei gerade einmal 1,5 Prozent – und das ändert sich auch mit zunehmendem Alter kaum. Hausbesitzer lassen ihr Eigentum oft erst ab 85 Jahren los – häufig nicht freiwillig. Harte Eingriffe? Politisch chancenlos. Der Bund setzt also auf freiwillige Anreize – etwa Steuervorteile oder den Umbau von Einfamilienhäusern in kleinere Einheiten. Ob das reicht, um den angespannten Schweizer Wohnungsmarkt zu entlasten, bleibt fraglich.


















































































