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Italienische Justiz im Fall Schettino: 32 Tote, erst nach über 5 Jahren ins Gefängnis

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Am 13. Januar 2012 steuerte Kapitän Francesco Schettino die „Costa Concordia“ viel zu nah an die Insel Giglio heran – angeblich für eine Show-Fahrt. Das Luxusschiff mit über 4200 Menschen an Bord rammte einen Felsen, bekam ein riesiges Leck und kenterte dramatisch. 32 Menschen starben, darunter 12 Deutsche; Dutzende wurden verletzt, Tausende erlebten Todesangst in panischer Evakuierung.

Schettino verließ als einer der Ersten das sinkende Schiff – obwohl noch Hunderte Passagiere und Crew an Bord waren. Er behauptete später, er sei „versehentlich“ in ein Rettungsboot gefallen. Die Medien tauften ihn „Kapitän Feigling“.

Nach langem Prozess (2013–2017) verurteilte ihn das Gericht in allen Instanzen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Verursachung des Schiffbruchs und verfrühten Verlassens des Schiffs zu 16 Jahren Haft (10 Jahre Tötung, 5 Jahre Havarie, 1 Jahr Verlassen hilfloser Personen). Die Staatsanwaltschaft hatte 26–27 Jahre gefordert – viele Opferfamilien fanden die Strafe zu milde.

Andere Crewmitglieder und Reederei-Manager bekamen durch Deals nur 18–34 Monate (meist auf Bewährung). Die Reederei Costa Crociere zahlte eine Millionenstrafe und Entschädigungen.

Stand 2026 sitzt Schettino (65) weiter im römischen Gefängnis Rebibbia – als Musterhäftling studiert er Jura und Journalismus und hat bereits Freigang beantragt. Italienisches Recht erlaubt nach halber oder guter Führung Erleichterungen.

Frage an die italienische Justiz: Bei 32 Toten durch grobe Fahrlässigkeit und Feigheit – ist 16 Jahre wirklich angemessen? Oder zeigt das System wieder einmal Milde gegenüber prominenten Tätern, während die Hinterbliebenen ein Leben lang mit dem Trauma leben müssen?